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Notstrom für zu Hause: Was bei Stromausfall hilft

Warum das Balkonkraftwerk bei Stromausfall abschaltet, was Kühlschrank, Router und Licht stattdessen am Laufen hält und wie Sie Notstrom sicher planen.

NotstromVeröffentlicht

Ein normales Balkonkraftwerk hilft bei Stromausfall nicht. Sein Wechselrichter muss abschalten, sobald das Netz wegfällt, und bleibt aus, bis der Strom zurückkommt, auch bei strahlender Sonne. Wer wichtige Geräte weiterbetreiben will, braucht Technik, die allein arbeiten kann: eine Powerstation, einen Speicher mit eigener Inselsteckdose oder einen Heimspeicher, der für Ersatzstrom ausgelegt und vom Fachbetrieb installiert ist. Hier steht, welche Möglichkeiten es gibt und wie Sie sicher planen.

Warum das Balkonkraftwerk abschaltet

Jeder netzgekoppelte Wechselrichter enthält einen Netz- und Anlagenschutz (NA-Schutz). Er überwacht Spannung und Frequenz und trennt ab, wenn sie wegfallen oder die zulässigen Grenzen verlassen. Die Anforderungen dafür stehen in der Anwendungsregel VDE-AR-N 4105. Der Grund ist die Sicherheit: Bei einem Stromausfall arbeiten Monteure an Leitungen, die spannungsfrei sein müssen. Ein Wechselrichter, der weiter einspeist, könnte sie gefährden. Die Technik dahinter erklärt So funktioniert ein Balkonkraftwerk.

Die Frage ist also nicht, wie das Balkonkraftwerk weiterläuft, sondern welches Gerät übernimmt.

Die Möglichkeiten im Vergleich

Lösung Was versorgt wird Installation Typischer Einsatz
Powerbanks, Akkulampen Handy, kleine Lampen keine kurze Ausfälle, Grundbedarf
Powerstation eingesteckte Geräte keine Router, Kühlschrank, Licht
Speicher mit Inselsteckdose Geräte an dieser Steckdose wie beim Speicher Balkonkraftwerk-Haushalte mit etwas Notstrom
Heimspeicher mit Ersatzstrom ausgewählte oder alle Stromkreise Fachbetrieb längere Ausfälle, größere Lasten
Stromaggregat Geräte, oder Stromkreise über Umschaltung nur im Freien; Umschaltung durch Elektrofachkraft ländliche Häuser, lange Ausfälle

Powerstations

Eine Powerstation ist ein Akku mit Wechselrichter und Steckdosen. Die Geräte werden direkt eingesteckt. Modelle der 1-kWh-Klasse versorgen Router und Licht einen Tag oder länger, einen Kühlschrank einige Stunden. Manche lassen sich bei längeren Ausfällen mit Solarmodulen nachladen. Kapazität, Leistung, Zyklen und USV-Umschaltung vergleichen wir unter Powerstations im Vergleich.

Speicher mit Inselsteckdose

Einige Balkonspeicher haben eine separate Steckdose, die bei Netzausfall weiterläuft. Versorgt werden nur Geräte, die dort eingesteckt sind; der Netzausgang schaltet trotzdem ab. Ob ein Modell das kann, steht im Datenblatt, siehe Balkonspeicher im Vergleich.

Heimspeicher mit Ersatzstromfunktion

Ein fest installierter Heimspeicher versorgt Hausstromkreise bei Stromausfall nur, wenn das System eine Notstrom- oder Ersatzstromfunktion und eine Umschalteinrichtung hat, die das Haus vom Netz trennt. Manche Systeme versorgen einzelne Stromkreise, andere das ganze Haus. Planung und Einbau übernimmt der Fachbetrieb. Die Auslegung für Notstrom unterscheidet sich von der Auslegung auf Ersparnis, siehe Heimspeicher richtig dimensionieren.

Und eine echte Inselanlage?

Eine Inselanlage ist ein vom Netz getrenntes System aus Modulen, Laderegler, Akku und Inselwechselrichter, wie es in Gartenhäusern, auf Booten oder in Wohnmobilen üblich ist. Sie arbeitet ohne Netz, ist aber auch nicht mit dem Hausnetz verbunden. Soll eine solche Anlage bei Stromausfall Hausstromkreise versorgen, gilt dasselbe wie für jeden Notstrom: Umschaltung und Anschluss sind Arbeit für die Elektrofachkraft. Ein Balkonkraftwerk lässt sich nicht einfach zur Inselanlage umbauen.

Sicherheitsregeln ohne Ausnahme

  • Nie über die Steckdose zurückspeisen. Keine selbstgebauten Kabel mit zwei Steckern. Offene Steckerstifte und Leitungen können lebensgefährliche Spannung führen.
  • Netzumschaltung ist Sache der Elektrofachkraft. Wer Hausstromkreise mit Notstrom versorgen will, braucht eine fachgerecht installierte Umschaltung.
  • Aggregate nur im Freien. Verbrennungsmotoren erzeugen Kohlenmonoxid.
  • Leistung beachten. Die Dauerleistung des Geräts nicht überschreiten, Kabel und Verlängerungen in gutem Zustand und für die Last ausgelegt.

Nach Prioritäten planen

  1. Wichtiges auflisten: Licht, Router für Kommunikation, Handy laden, Kühl- oder Gefrierschrank, medizinische Geräte.
  2. Leistung und Stunden schätzen: Typenschild ablesen oder mit einer Messsteckdose messen.
  3. Wattstunden addieren und mit der nutzbaren Kapazität vergleichen.
  4. Geladen halten: Ladestand alle paar Monate prüfen und nachladen.
  5. Testen: ein Gerät eine Stunde lang über die Notstromlösung betreiben.

Wer auf strombetriebene medizinische Geräte angewiesen ist, sollte zusätzlich mit Arzt, Pflegedienst oder Gerätelieferant klären, wie die Versorgung bei Stromausfall gesichert wird.

Vorsorge über Strom hinaus

Technik ist nur ein Teil. Taschenlampen mit Ersatzbatterien, ein Batterie- oder Kurbelradio, geladene Powerbanks, Trinkwasser und Lebensmittel, die nicht gekocht werden müssen, machen einen Stromausfall deutlich leichter. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt dazu praktische Empfehlungen für Haushalte, auch speziell für Stromausfälle.

Häufige Fragen

Warum liefert mein Balkonkraftwerk bei Stromausfall nichts?

Netzgekoppelte Wechselrichter müssen bei Netzausfall abschalten, damit sie nie in Leitungen einspeisen, die Monteure für spannungsfrei halten. Ohne Netz als Taktgeber bleibt der Wechselrichter aus, bis der Strom zurückkommt.

Kann ich mit einer Powerstation das ganze Haus versorgen?

Praktisch nicht. Eine Powerstation versorgt die Geräte, die direkt an ihr hängen. Für Hausstromkreise braucht es eine Netzumschaltung durch eine Elektrofachkraft, und auch dann reicht die Kapazität nur für ausgewählte Verbraucher über begrenzte Zeit.

Darf ein Benzin-Aggregat im Keller laufen?

Nein. Verbrennungsmotoren erzeugen Kohlenmonoxid und dürfen nur im Freien laufen, mit Abstand zu Fenstern und Türen. Akkubasierte Powerstations haben dieses Risiko nicht.

Wofür sollte ich vorsorgen?

Die meisten Stromausfälle in Deutschland sind kurz. Unwetter oder technische Störungen können aber auch längere Ausfälle verursachen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt allgemeine Empfehlungen zur Vorsorge im Haushalt.